Fährten- und Spurenlesen

„Die erste Spur ist das Ende einer Kette. Am anderen Ende bewegt sich irgendein Wesen, ein Geheimnis, das alle paar handbreit einen Hinweis auf sich selbst hinterlässt, etwas über sich verrät, bis du es schließlich fast leibhaftig vor dir siehst, noch ehe du es erreichst. Das Geheimnis entschleiert sich langsam, Spur für Spur, aber es verrät seine Herkunft bald, um dich in seinen Bann zu ziehen. Du folgst der Spur und sie erzählt dir wesentliche, ganz persönliche Einzelheiten über das Leben dessen, der sie hinterließ, und bald ist er dir vertraut wie ein alter Freund. Das Geheimnis streut sich auf den Weg wie eine Spur Brotkrumen, und wenn du dich vorangegessen hast bis zum Erzeuger der Fährte, ist das Geheimnis in dir, für immer ein Teil von dir. Die Fährten aller Geheimnisse, die du je verschlungen hast, leben weiter in deinen eigenen Spuren, prägen sich ihnen auf und verwandeln sie um Nuancen, an denen sich ablesen lässt, wie anders du geworden bist.“

aus Tom Brown Jr. – Der Fährtensucher: Die letzte Spur

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Welches Tier ist hier entlang gekommen? Hatte es das Tier eilig? War es entspannt? Wohin ist es gezogen? Was hatte es vermutlich vor? Wer hat die Rinde vom Baum abgefressen? Was ist das für ein Schädel? Mit diesen und ähnlichen Fragen werden wir uns in diesem anspruchsvollen und spannenden dreitägigen Seminar beschäftigen. Wir begeben uns auf die Suche nach Spuren und während wir verschiedene Fußabdrücke betrachten und den Fährten folgen, gewinnen wir einen Einblick in Aspekte der Lebensweise einiger der großen und kleinen Tierarten mit denen wir unseren Lebensraum teilen.

Der Kurs macht dich wach und aufmerksam, steigert deine Konzentrationsfähigkeit. Er lässt dich jene Wahrnehmungsweise fühlen, mit der wir einst im Zuge unserer Menschwerdung ausgestattet worden sind. Damit ist ein Teil unserer „Ur-Software“ gemeint, ohne die über den größten Zeitraum unseres bisherigen Daseins auf diesem Planeten das Leben und Überleben garnicht möglich gewesen wäre.

Viel Bewegung, Frische Luft, Spaß und „Erleuchtungserlebnisse“ sind garantiert.

Abends werden wir lecker Essen, später friedvoll beisammen sitzen, auf die am Tage erlebten Geschichten zurückblicken und uns darüber austauschen. Vielleicht in der Gemeinschaft auch Geschichten aus unserem Leben teilen, die für uns von Bedeutung sind.

Eichelhäher im Winter

Eichelhäher (Garrulus glandarius) sind sehr aufmerksame Freunde aus der Familie der Rabenvögel. Schleichst du durch den Wald und versuchst „unsichtbar“ zu werden, zeigen dir die Eichelhäher, ob du das gut kannst oder noch viel üben musst. Ihr Nahrungsspektrum ähnelt ziemlich dem eines Wildschweins – es ist sehr breit. Eine Vielzahl verschiedener Sämereien, Insekten und deren Larven, Würmer, kleine Vögel, kleine Säugetiere, Früchte, Nüsse, Bucheckern, Futtermais vom Feld und vieles mehr werden gefressen. Natürlich sind darunter zum großen Teil auch Eicheln, die in Rindenspalten von Bäumen und in zahlreichen anderen Verstecken abgelegt werden um sie später zu fressen. Weil Eichelhäher auch etwas vergesslich sind und viele Eicheln nicht wiederfinden, tragen sie zur Verbreitung und Verjüngung von Eichen bei. Das machen sich Förster zunutze, indem sie im Wald mit Eicheln gefüllte Kästen auf Pfähle montieren. So kommen die Wildschweine nicht ran, und die gefiederten Freunde können ihren Job machen. In diesem Video seht ihr, wie Eichelhäher Aas fressen, das als Köder in einer installierten Spurenfalle liegt. Wir erwarteten Mäusebussarde, Habichte und Kolkraben – und waren dann ziemlich überrascht – vor allem als wir über den Spuren hockten und rätselten. Weisst du, WIE ein Eichelhäher eine Eichel frisst?

Die Sprache der Vögel

Wenn wir unsere Wahrnehmungsfähigkeit trainieren oder wenn wir üben wollen, „unsichtbar“ zu werden, gibt es wohl kaum genialere Helfer als die gefiederten Freunde. Unter Begleitung einer fachkundigen Ornitologin werden wir uns in diesem Kurs in die Welt der Vogelsprache begeben. Wir werden zusammen die Wirkung unserer eigenen Erscheinung auf die Tierwelt erforschen, lernen, wie wir uns bewegen können, damit diese Wirkung keine Störungen verursacht, und wir werden zusammen das Wirrwarr der Gesänge einiger häufiger Vogelarten entwirren und damit für uns eine Welt entdecken, die uns bisher verborgen war. Abends sitzen wir zusammen am wärmenden, knisternden und duftenden Lagerfeuer. Wir blicken verträumt in die geheimnisvolle Glut und teilen in der Gemeinschaft gleichgesinnter Menschen unsere erlebten Tagesgeschichten, essen lecker, zupfen das ein oder andere Lied auf der Gitarre … lassen es uns enfach gut gehen. Nach dem Kurs werden wir plötzlich viele Vögel wahrnehmen, die uns vorher kaum aufgefallen sind. Unsere innere Welt ist nun mit neuen Erfahrungen bereichert und vielleicht ein wenig weiter und farbenfroher geworden.   TERMINE

Pflanzenwissen

Heilung, Nahrung, Farben und Fasern aus der Natur

 

Die wenigen, sehr naturverbunden lebenden Völker unserer Erde kennen alle Pflanzen ihrer Umgebung im kleinsten Detail; Pflanzen, die ihnen Nahrung spenden, sie vor Krankheiten schützen oder ihnen Fasern zur Herstellung von Schnüren, Kleidung, Werkzeugen oder Behältern liefern. Sie wissen um die Zyklen von Entstehen und Vergehen. Das war in unserer Gegend vor sehr langer Zeit auch der Fall. Einige unserer Urgroßmütter und -großväter kannten sich damit auch noch aus.

Wieviele Pflanzen, die in deiner Umgebung wachsen, kennst Du? Sind sie essbar?

Im Kurs PLANZENWISSEN, der sich über drei Termine erstreckt, werden wir gemeinsam einen Teil dieses alten Wissens wiederentdecken. Mit Gefühl, mit unserer Sinneswahrnehmung – und mit  Bestimmungsbüchern. Dadurch werden wir wieder einheimischer, verstehen uns etwas besser als Teil des Lebensnetzes. Wir erkennen, wie wichtig es ist, unsere übriggebliebenen, halbwilden Flecken in der Kulturlandschaft zu erhalten.

Der Kurs ist aufgeteilt in Pflanzenwissen I, II, und III. Die drei Teile bauen aufeinander auf.

 

Pflanzenwissen Modul 1 – Heilpflanzen und essbare Wildpflanzen | 19.04.2019 – 21.04.2019

  • Wir fühlen uns in die Welt der Pflanzenwesen ein und gehen mit ihnen in Verbindung.
  • Wir lernen, Pflanzen mit all unseren Sinnen wahrzunehmen und üben insbesondere die Technik des „Geistigen Auges“.
  • Wir lernen theoretisch und praktisch die Bestimmungs- und Unterscheidungsmerkmale häufiger Familien krautiger Pflanzen kennen.
  • Welche Vielfalt an Bestimmungsmerkmalen gibt es überhaupt?
  • Welche Pflanzen kann ich essen?
  • Welche Pflanzen sind besonders giftig?
  • Welche Pflanzen kann ich als bedenkenlos als Heilpflanzen für mich selbst verwenden?
  • Wie lässt sich eine Salbe herstellen?

Pflanzenwissen Modul 2 – Wildpflanzen und Naturfarben | 24.05.2019 – 26.05.2019

  • Nachdem wir uns in Teil I die Pflanzenfamilien kennengelernt und uns gemeinsam wichtige Bestimmungsmerkmale erarbeitet haben, wird es nun etwas spezieller.
  • Wir lösen uns nun von Büchern mit bunten Bildern und lernen die etwas komplexeren Bestimmungsschlüssel kennen.
  • Wir geben uns vor jeder Bestimmungsübung der Erfahrung hin, was uns unser Bauchgefühl sagt: Essbar oder giftig? Wie fühlt sich die Pflanze an? Dann üben wir praktisch, mit Bestimmungschlüsseln umzugehen und überprüfen (bevor wir naschen!), ob wir mit unserer Intuition richtig lagen oder nicht.
  • Wir lernen weitere Heilpflanzen und ihre Anwendungsgebiete kennen.
  • Wir erweitern unser Spektrum an essbaren Arten.
  • Gemeinsam finden wir heraus, welche Farben sich aus Pflanzenteilen ziehen lassen, und wir werden mit den Ergebnissen unserer Versuche kreativ arbeiten.

Pflanzenwissen Modul 3 – Pflanzen und Survival | 13.09.2019 – 15.09.2019

Während wir uns in Teil I und Teil II intensiv mit der Bestimmung von krautigen Pflanzen auseinandergesetzt haben, wenden wir unsere Erfahrungen und das erworbenes Wissen jetzt auf Gräser und Bäume an. Gleichzeitig kommen dadurch ganz neue Aspekte hinzu. Insgesamt wird das Seminar sehr praktisch. Es geht nun um verschiedene Anwendungen für das „Draussen-Leben“.

  • Wir beschäftigen uns mit dem Thema Feuer. Dazu gehört unweigerlich auch das Thema Holz.
  • Das Ziel ist es, einen Drillbogen zum Feuermachen aus komplett draußen gesammelten Material herzustellen und ein Feuer zu entfachen.
  • Wir werden Pflanzenfasern gewinnen und daraus eine robuste Schnur herstellen.
  • Dazu müssen wir in der Natur umherstreifen, um alles zu finden, was wir benötigen.
  • Unterwegs festigen wir unser in Teil I und Teil II gesammeltes Wissen.

 

 

Workshop Flitze -)-> Bogen

Der Workshop Flitze -)-> Bogen macht unglaublich viel Spaß! Er übt handwerkliche Fähigkeiten, insbesondere den Umgang mit dem Schnitzmesser. Er fördert das Arbeiten und die gegenseitige Unterstützung in der Gruppe. Geduld und Durchhaltevermögen werden trainiert.

Es gibt zwei Varianten:

Flitze -)-> Bogen Kids

Flitze -)-> Bogen Juniors

Das ist so, weil sich die Kontrolle über das Messer zum Arbeiten bei den Kleineren erst noch entwickeln muß. Deshalb bekommen die Kids (6-11) einen bereits vorgearbeiteten Bogen, dem sie dann mit Messer und Schleifpapier den „letzten Schliff“ geben. Die schon etwas Größeren (ab 12) bekommen einen komplett unbearbeiteten Rohling.

  • Der Workshop findet stets an zwei aufeinanderfolgenden Tagen statt und dauert jeweils von 10.00 Uhr bis 16.00 Uhr.
  • Schnitzmesser und das gesamte Material werden zur Verfügung gestellt.
  • Jeder nimmt am Ende seinen eigenen Bogen mit nach Hause, dazu zwei selbstbefiederte Pfeile mit Gummistumpfspitze, sowie die selbst hergestellte Bogenschnur.

Und wer weiß, vielleicht nimmst DU den Preis vom Bogenschützenwettbewerb zum Ende des zweiten Tages mit nach Hause?

Kursgebühr: 85,-€ je Teilnehmer. Mindestens 6 Teilnehmer, Maximal 16 Teilnehmer.

Dieser Kurs wird bei uns am besten von Veranstaltern oder Schulen und ähnlichen EInrichtungen gebucht.

Kontaktieren Sie uns einfach über folgendes Formular:

 

Rehe im Februar

Im Herbst beginnen die Rehe Rudel zu bilden. Tiere beider Geschlechter leben dann den ganzen Winter über in diesen Gemeinschaften. Oft sind es um die 12 bis 18 Individuen, es können aber auch 25 und mehr sein. Sie äsen zusammen und ruhen teilweise auch in kleineren Trupps dicht beieinander. Die weiblichen Rehe sind gut an ihrer Schürze (Jägersprache) zu erkennen. Das ist das Haarbüschel, welches unterhalb des Spiegels (die weiße Zeichnung des Hinterteils) sichtbar ist. Die männlichen Rehe dagegen erkennt man am Gehörn. Hier im Film sind es ein älterer Bock, dessen Gehörn noch von einer behaarten Haut überzogen ist (Bast) und zwei Bockkitze, genau genommen „Knopfböcke“ vom Wurf des vergangenen Jahres). Außerdem erkennt man die Böcke an ihrem Pinsel (das ist das an der Unterbauchseite sichtbare Haarbüschel). Erst im Frühjahr (März/April) sondern sich die paarungsfähigen Böcke allmählich ab, um ihre Territorien zu besetzen. Die Rudel lösen sich auf, aber weibliche Tiere und Jungtiere sind noch weiterhin in lockeren Verbänden anzutreffen. In der Jägersprache heißt das weibliche Reh übrigens Ricke, in Süddeutschland auch Geiß.

Dachse im Februar

Der Dachs (Meles meles)

ist ein wundervoller Bewohner unserer brandenburgischen Kulturlandschaft. Er ist nicht der Einzelgänger, als welcher er in manchen älteren Fachbüchern oder in zeitgenössischer Esoterik-Literatur beschrieben wird. Ganz im Gegenteil: Der Dachs ist ein geselliger, verspielter und neugieriger Freund. Wer einmal in seinem Leben in Ruhe einen Dachs auf seinem Hinterteil sitzend beim Sandbad beobachtet hat, wird ihn für immer mögen.

Korbflechten

Stell’ dir vor, du bist in Norwegen im Urlaub und hast deinen Pilzkorb vergessen. Was nun? Flechte dir einfach selbst einen!
Ein Korb ist ein genieler Behälter und für dich eine große Hilfe, wenn du Beeren, Pilzen, Nüsse oder Kräuter sammeln gehst.  Er ist stabil, leicht, sorgt für gute Durchlüftung und sieht schön aus.   Er ist super geeignet zum Einkaufen – du wirst aus Freude über deinen Korb automatisch auf die Einkaufstüte verzichten. Wer sich seinen eigenen Korb herstellt, wird über die persönlichen Fähigkeiten erstaunt sein und ihn mit Stolz verwenden. Irgendwann, wenn die Lebenszeit des Korbes vorüber ist – sie kann bei normaler Benutzung vielleicht zehn bis fünfzehn Jahre dauern – geht er zurück in den großen Kreislauf und wird zu Humus.

In diesem Kurs wollen wir eine grundlegende Methode des Korbflechtens praktizieren. Wir lernen geeignete Materialien kennen und eine Flechttechnik, die jeder ohne spezielle Korbflechterwerkzeuge zuhause nachvollziehen kann. Jede KursteilnehmerIn wird mit einem eigenen Körbchen in der Hand heimgehen.

Zielgruppen:             Für alle Interessierten
Teilnehmerzahl:     Min. 4 TeilnehmerInnen, Max: 8
Dauer:                         Samstag 9 Uhr bis 19 Uhr

Kurskosten: insgesamt 85,-EURO/Person

In den Kosten enthalten sind: Material, Verpflegung (Snacks, Mittag- und Abendessen, Kaffee. Tee, Wasser, Obst)

TERMINE

Außerhalb der öffentlich angebotenen Termine ist es möglich, dass sich eine Gruppe anmeldet und wir gemeinsam einen passenden Termin finden.

Pilzwanderung

Weder zu den Pflanzen noch zu den Tieren gehörend ist das Reich der Pilze faszinierend und unglaublich formenreich. Pilze übernehmen in ihrer Vielfalt wichtige Funktionen im Ökosystem Wald: Sie sind fleißige Zersetzer toter Pflanzen und Tiere und dienen den lebenden Pflanzen und Tieren doch als Nahrungsquelle!

Auch für uns Menschen haben Pilze direkten Nutzen – und zwar nicht nur als Speisepilze.

Diese spannende, vierstündige Pilzwanderung wird Wissen zum sicheren Bestimmen einiger häufiger und wichtiger Pilze vermitteln. Wir lernen eßbare aber auch sehr giftige Arten kennen. Wir erfahren Interessantes über die Verwendung von Pilzen, z.B. als Medizin oder zum Feuer machen!